Allgemeine Information zu nicht suizidalem Selbstverletzenden Verhalten

Ist NSSV ansteckend?

NSSV an sich ist nicht ansteckend und wird normalerweise im Privaten praktiziert und ist von Person zu Person unterschiedlich (in Bezug auf wie, wo und warum sie sich selbst verletzt). Bei Menschen, die bereits gesunde Coping-Strategien für Stress und schwierige Emotionen einsetzen, ist es eher unwahrscheinlich, dass sie damit beginnen werden sich selbst zu verletzen, nachdem sie erfahren haben, dass jemand anderes sich selbst verletzt. Menschen die generell Schwierigkeiten haben, mit belastenden Gefühlen umzugehen, haben ein höheres Risiko, ungesunde Coping-Strategien (wie die Selbstverletzung) auszuprobieren, wenn sie davon hören, dass Freunde diese ebenso anwenden.

Selbstverletzung in den Medien

NSSV als Thema in der Musik, Fernsehshows, und Webseiten wird immer populärer. Viele Prominente reden über ihr eigenes selbstverletzendes Verhalten. Dabei ist es wichtig, dass man weiß, was NSSV ist und dass es Hilfe gibt. Viele Arten von Medien können dabei helfen, das Bewusstsein für Selbstverletzung zu verbessern. Manche Formen der expliziten Darstellung von NSSV können jedoch anregend („triggern“) auf diejenigen wirken, die sich bereits selbst verletzen. Durch den offenen Umgang damit könnte es auch auf manche so wirken, als ob NSSV akzeptiert oder sogar „cool“ wäre. Dabei ist es wichtig nicht aus den Augen zu verlieren, dass Menschen die sich selbst verletzen berichten wie schwer es ist wieder damit aufzuhören, wenn man es einmal begonnen hat. Manchmal haben sie sogar das Gefühl dass das NSSV Kontrolle über ihre Leben gewonnen hat. Daher muss NSSV nach wie vor sehr ernst genommen werden.

Kann man mit NSSV wieder aufhören?

Selbstverletzendes Verhalten muss nicht ein Leben lang anhalten. Menschen, die sich selbst verletzen, können damit aufhören und tun dies auch. Je länger eine Person sich selbst verletzt, desto schwieriger wird es für sie wieder damit aufzuhören. Man sollte immer daran denken, dass das Unterbinden einer Verhaltensweise, die zu einer häufig genutzten maladaptiven Coping-Strategie geworden ist, Zeit und Anstrengung in Anspruch nimmt wobei Unterstützung durchaus hilfreich oder auch notwendig sein kann.

NSSV wird meist im Privaten praktiziert und die Bemühungen sind groß es vor anderen geheim zu halten. In diesen Fällen wird die Selbstverletzung manchmal bloß per Zufall entdeckt. Manche erzählen es lediglich einem oder zwei guten Freunden oder Familienmitgliedern. Oft öffnen sich Betroffene aber auch online gegenüber anderen, die sich selbst verletzen. Wieder andere wenden sich an Fachpersonal (wie beispielsweise Mitarbeiter von Beratungsstellen, Psychologen, Pyxchotherapeuten oder Ärzten).

Es ist wichtig, dass Menschen, die sich selbst verletzen, die Hilfsangebote erhalten, die sie benötigen - wenn sie offen dafür sind auch Hilfe von professionellen Mitarbeitern des Gesundheitssystems. Diese sind häufig Psychologen, Psychotherapeuten oder Psychiater und darin geschult, Betroffenen dabei zu helfen adäquatere Coping-Strategien zu entwickeln und sie im Umgang mit NSSV zu unterstützen.

Diese Website bietet aktuelle und praktische Informationen und Ressourcen, die auch von Fachleuten genutzt werden können (s.u. Lern-Einheiten zu Informationen für psychologische und medizinische Fachleute).

Manche Menschen, die sich selbst verletzen, sind nicht bereit oder gewillt professionelle Hilfe anzunehmen. Es ist möglich gesündere Coping-Strategien auch ohne professionelle Hilfe zu erlernen, aber dies kann wesentlich schwerer und langwieriger sein. Auch auf dieser Website gibt es mögliche Coping-Strategien, die anstatt NSSV angewendet werden können.

Menschen, die sich selbst verletzen, können nicht dazu gezwungen werden, damit aufzuhören. Manchmal wollen sie auch gar nicht damit aufhören, da NSSV immer eine Funktion erfüllt uns es schwer sein kann darauf zu verzichten. Wenn Menschen, die sich selbst verletzen, gesündere Coping-Strategien erlernen, fällt es ihnen in der Regel aber leichter damit aufzuhören.